Schmuck Ankauf, Verwertung und Handel gab es schon immer
Die Idee, seinen wertvollen Schmuck zu Markte zu tragen oder in einem Pfandhaus zu versetzen, um ein bisschen Bargeld flüssig zu machen, ist keine neue: Der Schmuckankauf, der Schmuck Handel oder die Schmuck Verwertung sind schon nahezu so alt wie die Schmuckherstellung selbst.

Edelmetalle in Form von Ringen, Broschen, Armreifen oder Ketten waren schon von jeher nicht nur Zierat, sondern auch Sammelgegenstand und Wertanlage.

Wer zu früheren Zeiten wertvollen Schmuck geerbt hat, hatte damit auch gleichzeitig eine „Notreserve“ zur Verfügung, die sich in schlechten Zeiten leicht zu Geld machen ließ – beim Pfandleiher oder beim Schmuckhändler. Auf diese Art und Weise gelangten auch Auftragsarbeiten und speziell angefertigte Schmuckstücke immer irgendwann in den Handel.

Schmuck aus Edelmetallen wie Silber oder Gold als Wertanlage und Notreserve ist noch viel älter als das Sparbuch und Schuldverschreibungen

Das Bankwesen mit seinen Wechselgeschäften, Schuldverschreibungen und Barkredite, gelangte im frühen Mittelalter zu seiner ersten wirklichen Blüte durch die riesigen, weitverzweigten Händlerfamilien und Kaufleute, wie die Fugger oder die Medici. Von da an begann das Bankgeschäft sich blühend zu entwickeln, bis hin zu seiner heutigen Form.
Bereits bei den alten Römern jedoch war der ererbte Familienschmuck eines der wertvollsten Besitztümer einer Frau, der gleichzeitig als Wertanlage diente, und in wirtschaftlich schlechten Zeiten bei einem Schmuckhändler notfalls zu Geld gemacht wurde. Aber schon viel früher, bei vielen alten Völkern des Orients, war neben Viehherden vor allem der Besitz von Edelmetallen ein Zeichen des Reichtums. In Zeiten, wo es Geld in der heutigen Form noch nicht gab, spielten vor allem die wertvollen Edelmetalle in der Form von Schmuckstücken eine wesentliche Rolle bei der Sammlung von monetärem Gegenwert. Schmuckhändler und Goldschmiede schmolzen oft gekauftes Gold oder Silber ein, um daraus wieder neue Schmuckstücke herzustellen, die dann teurer verkauft wurden, als das Ausgangsmaterial. Nur besonders schöne Stücke wurden so, wie sie waren, gleich weiterverkauft. Der Gewinn wurde dann wieder in den Ankauf von weiteren Stücken investiert. Außer bei den Kelten, wo Gold – und teilweise auch Silber – vor allem sakrale Bedeutung hatte, und ausschließlich dazu diente, den unersättlichen Göttern geopfert zu werden, spielte der Handel mit Edelmetallen und die Schmuckherstellung in so gut wie allen alten Kulturen, auch schon lange vor den Römern, eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben und im Handel. Nicht nur auf die Kunstfertigkeit, sondern auch auf den Wert der Rohstoffe kam es damals wirtschaftlich an. Schmuckhandel ist also mithin einer der ältesten Wirtschaftszweige überhaupt.